Kinder ins Leben begleiten in der Kindertagespflege

Ich bin sehr gerührt, über so viele tolle Menschen wie Robert Renz Polster, Gerald Hüther, Rudolf Steiner, Maria Montessori und noch so viele andere die es gibt, die das Kind sehen. Tolle Menschen die sich mit der Kindheit auseinandersetzen.

Ich sehe, dass das Thema Spielen und Freiraum so wichtig geworden ist, um das Potential des Kindes wachsen zu lassen.

Wir können nicht erwarten, dass wir Kinder erziehen können, wenn wir uns als Erwachsene nicht ansehen wie unsere eigene Kindheit war. Wenn ich Gerald Hüther höre, der sagt, dass die Psychoalanyse es irgendwie hinbekommt Selbstanalyse zu tun – warum bekommen wir das nicht allgemein hin für alle, also für diejenigen die mit Kindern arbeiten!?

Für mich bedeutet Kinder begleiten, dass ich jemanden in meinen Raum hineinlasse. Jemand der diesen Raum verändern wird, denn er bringt etwas mir Neues mit.

Zwei Menschen treffen also aufeinander. Der eine ist Wissend und der andere Bedürftig oder tauschen wir bedürftig gegen wissensüchtig aus.

Und da ich mich als Kindheitsromatiker sehe (ich liebe dieses Wort immer mehr) begebe ich mich auf Ihre Ebene, auf die Ebene des Kindes. Ja vielleicht mache ich das, weil ich Kindheitsverliebt bin! Das liegt mit Sicherheit auch an meiner eigenen Kindheit!?

Es ist nicht so, dass jede Beziehung zum Kind gleich ist. Denn da kommt jemand zu mir mit etwas ganz besonderen in sich. Auch wenn das Kind gerade mal 1,5 Jahren ist (bevorzugtes Alter, dass ich in Betreuung nehme) wird es individuelles in sich tragen. Das wird das EIGENE sein und es wird das sein, was die Eltern dem Kind schon geschenkt haben – und das ist eine ganze Menge!?

Das Kind wird nicht nur den Rhythmus des Tages im Alltag bei mir erfahren, es wird vielmehr auch darin gesehen. Jedes Kind bringt etwas sehr Individuelles mit sich. Im Raum mit zwei anderen Kindern und mir werden wir Gestaltung erfahren. Gestaltung an uns und aus uns heraus.

Hierfür wird nicht nur das kreative Medium uns Hilfe leisten beim Erfahrungen sammeln. Sondern wir miteinander sind das Werkzeug um Erfahrungen zu schaffen. Wir werden im Zusammensein an uns wachsen, da nehme ich mich nicht raus.

Das Gute an der Menschheit ist, dass wir uns nicht allein überlassen sind, wie wir es im Tierreich beobachten können (wobei da die Natur der Leitende, oft Wissende ist).

Im Falle der Betreuung bin ich der „Wissensleitende“ in der Gruppe. Also jemand der Orientierung schafft, der reflektieren wird bei Schwierigkeiten oder eingreifen wird wenn Gefahr droht.

Ich möchte den Begriff von ICH BIN DER ERWACHSENE nicht anwenden, denn ich sehe mich nicht so. Ich sehe mich als Sehenden, der dient.

In meinem Kunsttherapie Studium wurde ich immer wieder von einem, mir wundervollen Professor, in Supervisionen gefragt:

WARUM HABEN SIE DAS GEMACHT?

Warum tun wir Dinge?

Und das hilft mir ungemein in meiner Arbeit mit Kindern.

Nicht nur an mich stelle ich diese Frage, sondern auch warum tut das Kind etwas.

Ich möchte Kinder begleiten indem sie aneinander lernen. Sie sollen lernen, dass sie den Anderen brauchen und mit ihm agieren können. Auch wenn Kinder streiten müssen, bedeutet es nicht, dass wir das Gegenüber nicht mögen – denn viel mehr kann es sein, dass gerade Liebe oder Aufmerksamkeit gefordert wird . .. oder es ist am Ende doch ein Abstoßen. Für mich als Weg Begleiter, geht genau darum dies zu erkennen und das Kind darin zu begleiten – oder die Beteiligten darin zu sehen – jeder auf seinem Platz. Im Gemeinsamen werden wir an dem anderen wachsen.

Wer sich selbst findet, wer nicht in seinen Bedürfnissen unterdrückt wird, erst derjenige wird in sich selbst das werden was er ist!!!!